Aufgeplatzte Naht reparieren
Der Leiterstich, den Sie zum Einsetzen von Sicherheitsaugen ohnehin brauchen.
Ein loses Auge ist der zweithäufigste Schaden am Lieblingsbären und der einzige, der wirklich gefährlich werden kann. Die gute Nachricht: Die klassische Technik hält jahrzehntelang, weil sie nicht auf Stoff setzt, sondern auf eine Verspannung quer durch den Kopf.
Rubrik Pflege & Reparatur Lesezeit 8 Minuten Stand August 2026
Ein Teddyauge mit Öse wird nicht am Stoff festgenäht, sondern mit einem starken Faden quer durch den Kopf zum Nacken verspannt. Dort wird der Faden verknotet und der Knoten unter dem Fell versenkt. Sie brauchen eine Puppennadel von 10 bis 13 Zentimetern und reißfestes Garn. Für Kinder unter drei Jahren gilt das nicht: Dort werden Augen ausschließlich gestickt, weil jedes angesetzte Teil eine Zugprüfung bestehen müsste. Ersatzaugen kauft man paarweise und nach Durchmesser in Millimetern.
Bevor Sie zur Nadel greifen, schauen Sie sich an, was für ein Auge vor Ihnen liegt. Die vier Bauarten verlangen völlig unterschiedliche Reparaturen.
Die Altersgrenze ist keine Empfehlung
Bei Spielzeug für Kinder unter drei Jahren müssen angesetzte Teile einer definierten Zugkraft standhalten und dürfen kein verschluckbares Kleinteil bilden. Ein selbst angenähtes Glasauge erfüllt das nicht nachweisbar, egal wie fest es sich anfühlt. Für einen Bären, der bei einem Kleinkind landet, gibt es deshalb nur eine richtige Lösung: sticken. Was dahintersteht, erklärt der Beitrag CE-Zeichen und Spielzeugnorm.
Wichtiger als alles Material ist die Position. Fotografieren Sie den Bären von vorn, bevor Sie irgendetwas tun. Ein Auge, das zwei Millimeter zu hoch sitzt, verändert das Gesicht komplett, und genau daran erkennt man laienhaft reparierte Bären.
Suchen Sie die alte Einstichstelle. Meistens ist sie als kleine Mulde oder als verdichtete Stelle im Fell noch sichtbar. Stecken Sie zur Kontrolle eine Stecknadel hinein und vergleichen Sie im Spiegel mit dem zweiten Auge, Abstand zur Nase und Höhe zur Schnauze.
Nehmen Sie etwa einen Meter Garn, fädeln Sie es ein und ziehen Sie beide Enden auf gleiche Länge, sodass Sie doppelt arbeiten. Führen Sie den Faden durch die Öse des Auges und legen Sie ihn zur Schlaufe zusammen, sodass das Auge in der Mitte hängt.
Stechen Sie mit der Puppennadel im Nacken ein, dort wo später der Knoten sitzt, führen Sie sie schräg durch den Kopf und lassen Sie sie exakt an der Augenposition austreten. Ziehen Sie den Faden durch, bis das Auge fast an der Stelle liegt.
Stechen Sie neben der Austrittsstelle wieder ein, führen Sie die Nadel zurück durch den Kopf und lassen Sie sie einen bis zwei Millimeter neben der ersten Nackenstelle austreten. Jetzt hängen beide Fadenenden im Nacken.
Ziehen Sie beide Enden gleichmäßig an. Das Auge zieht sich in den Kopf und bildet die typische Augenmulde. Ziehen Sie fest, aber nicht so fest, dass sich der Kopf verformt. Vergleichen Sie immer wieder mit der Gegenseite.
Machen Sie im Nacken zwei feste Knoten übereinander. Stechen Sie danach noch einmal ein, führen Sie den Faden vier Zentimeter durch die Füllung, lassen Sie ihn austreten, ziehen Sie leicht an und schneiden Sie dicht am Stoff ab. Das Fadenende verschwindet im Inneren, der Knoten wird vom Fell überdeckt.
Ziehen Sie kräftig am Auge. Es darf sich nicht bewegen. Bürsten Sie zum Schluss das Fell rund um das Auge auf, dann verschwindet der Eingriff optisch vollständig.
Wenn der Bär bei einem Kleinkind landet, wird gestickt. Das dauert länger und sieht am Ende oft besser aus als erwartet, weil gestickte Augen dem Bären einen freundlichen, weichen Ausdruck geben.
Zeichnen Sie die Augenposition mit Stecknadeln an. Nehmen Sie Stickgarn in drei bis vier der sechs Fäden und sticken Sie einen ausgefüllten Kreis oder ein liegendes Oval im Plattstich: dicht nebeneinander liegende Stiche über die gesamte Fläche, danach eine zweite Lage quer darüber für Tiefe. Fassen Sie dabei nur die äußere Stofflage und ziehen Sie nicht durch den ganzen Kopf, sonst zieht sich das Gesicht zusammen. Beginnen und beenden Sie mit einem versenkten Knoten wie oben beschrieben. Ein kleiner heller Glanzpunkt aus zwei weißen Stichen am oberen Rand macht aus einem Fleck ein Auge.
Ersatzaugen sind ein Nischenartikel, aber gut erhältlich. Wichtig ist, dass Sie mit den richtigen Angaben suchen, sonst bestellen Sie zwei Wochen lang das Falsche.
Die Größe wird als Durchmesser in Millimetern angegeben. Übliche Stufen sind 6, 8, 9, 10, 12, 14, 16 und 18 Millimeter. Messen Sie das verbliebene zweite Auge mit einem Lineal über die breiteste Stelle, oder legen Sie es auf ein Millimeterpapier. Bei einem Bären von 30 Zentimetern liegen die Augen meist zwischen 9 und 12 Millimetern.
Die Art müssen Sie vorher festlegen, denn sie entscheidet über die Montage:
Wo es sie gibt: im Kurzwaren- und Handarbeitshandel, in Bastelgeschäften, bei Anbietern für Puppen- und Bärenzubehör und im Sortiment für Häkelfiguren, wo Sicherheitsaugen ein Standardartikel sind. Suchen Sie nach „Sicherheitsaugen“, „Bärenaugen“, „Glasaugen mit Öse“ oder „Amigurumi Augen“ zusammen mit der Millimeterangabe. Kaufen Sie immer ein Paar, auch wenn nur ein Auge fehlt: Zwei neue Augen sehen zusammen besser aus als ein neues neben einem verkratzten alten.
Bei Sammlerbären erst fragen
Bei einem alten Bären mit vermutetem Sammlerwert kann der Austausch der Originalaugen den Wert mindern. Bewahren Sie in jedem Fall das alte Auge auf, auch wenn es beschädigt ist, und legen Sie es zum Bären. Für die Reinigung solcher Bären gilt ohnehin ein eigener Weg, siehe Altes Fell trocken auffrischen.
| Bär | Empfohlene Lösung | Hinweis |
|---|---|---|
| Kuscheltier für ein Kind unter drei Jahren | Augen sticken | Die einzige Variante, die sich nicht lösen kann. |
| Alltagsbär für ein älteres Kind | Auge mit Öse, im Nacken verankert | Hält jahrzehntelang, wenn der Faden doppelt und reißfest ist. |
| Bär mit offener Rückennaht | Sicherheitsauge mit Schaft und Scheibe | Unlösbar, aber nur bei geöffnetem Bären montierbar. |
| Sammlerbär | Originalauge erhalten, sonst Fachbetrieb | Austausch kann den Wert mindern. Altes Auge aufbewahren. |
| Bär mit geklebten Augen | Auf gestickte Augen umstellen | Geklebte Augen lassen sich nicht dauerhaft neu befestigen. |
Mit einer Verankerung im Nacken: Ein reißfester Faden wird durch die Öse des Auges gelegt, mit einer Puppennadel schräg durch den Kopf zum Nacken geführt, dort angezogen, bis sich die Augenmulde bildet, und verknotet. Der Knoten wird anschließend unter dem Fell versenkt.
Im Kurzwaren- und Handarbeitshandel, in Bastelgeschäften und bei Anbietern für Puppen- und Bärenzubehör. Auch das Zubehör für Häkelfiguren führt Sicherheitsaugen in allen gängigen Größen. Suchen Sie nach „Sicherheitsaugen“, „Bärenaugen“ oder „Glasaugen mit Öse“ zusammen mit der Größe in Millimetern.
Übliche Durchmesser sind 6, 8, 9, 10, 12, 14, 16 und 18 Millimeter. Bei einem Bären von etwa 30 Zentimetern liegen die Augen meist zwischen 9 und 12 Millimetern. Messen Sie das verbliebene Auge an der breitesten Stelle und kaufen Sie immer ein Paar.
Für ein Kuscheltier, das ein Kind unter drei Jahren benutzt, sind gestickte Augen die richtige Wahl. Sicherheitsaugen sind in industriell gefertigtem und geprüftem Spielzeug zulässig, lassen sich zu Hause aber nicht nachweisbar normgerecht anbringen, und sie erfordern eine geöffnete Naht.
Das kommt vor, wenn der Faden reißt und das Auge nach innen rutscht. Tasten Sie den Kopf ab, um es zu lokalisieren. Meist ist es einfacher, die Rückennaht auf wenigen Zentimetern zu öffnen, das Auge herauszunehmen und die Naht danach mit dem Leiterstich zu schließen, als es durch die kleine Augenöffnung zu angeln.
Der Leiterstich, den Sie zum Einsetzen von Sicherheitsaugen ohnehin brauchen.
Warum bei Kleinkindern nur gestickte Augen infrage kommen.
Vor jeder Reinigung eines alten Bären werden lose Augen zuerst gesichert.