Teddybär waschen
Wäschenetz, Schleuderzahl und die Mittel, die den Filz überhaupt erst verursachen.
Ein Fell wird nicht hart, es wird verhakt. Die einzelnen Fasern verschlingen sich zu kleinen Knoten, und was sich hart anfühlt, ist in Wahrheit ein Filz aus tausend Verhakungen. Wer das weiß, arbeitet in der richtigen Reihenfolge und rettet erstaunlich viel.
Rubrik Pflege & Reparatur Lesezeit 7 Minuten Stand August 2026
Erst trocken durchbürsten, dann mit lauwarmem Wasser und einem Tropfen Haarspülung leicht einsprühen, kurz einwirken lassen, mit Dampf aus 15 Zentimetern Abstand aufrichten und im feuchten Zustand in Faserrichtung ausbürsten. Zum Trocknen liegen lassen und ein zweites Mal bürsten. Ein Bügeleisen wird nie aufgesetzt, ein Glätteisen gar nicht verwendet: Polyester schmilzt, bevor der Filz sich löst.
Plüsch besteht aus einem Trägergewebe, aus dem einzelne Fasern senkrecht herausstehen. Dieser Flor ist im Neuzustand parallel ausgerichtet und aufgestellt, deshalb fühlt er sich weich an und wirft Licht gleichmäßig zurück. Reibung, Nässe und Druck bringen die Fasern durcheinander: Sie legen sich um, verhaken sich mit den Nachbarfasern und bilden Knoten. Fühlt sich der Bär hart an, spüren Sie nicht das Material, sondern die Knoten.
Vier Ursachen decken fast alle Fälle ab. Erstens zu heißes Waschen, das die Faseroberfläche verändert. Zweitens der Wäschetrockner, dessen Kombination aus Hitze und Bewegung Plüsch zuverlässig ruiniert. Drittens Trocknen im verfilzten Zustand, denn was nass verhakt trocknet, bleibt verhakt. Viertens schlicht Gebrauch: Die Stellen, an denen ein Kind den Bären hält, verfilzen zuerst.
Daraus folgt eine unangenehme Wahrheit: Ein Teil des Filzes lässt sich lösen, ein Teil nicht. Bei Polyester ist die Chance gut, bei Baumwoll- und Wollplüsch schlechter, und thermisch geschädigte Fasern aus dem Trockner sind endgültig verloren. Erwarten Sie eine deutliche Verbesserung, keinen Neuzustand.
Beginnen Sie immer trocken und immer an einer unauffälligen Stelle. Arbeiten Sie in kleinen Abschnitten mit kurzen Zügen von der Spitze zur Wurzel, nicht umgekehrt. Halten Sie den Stoff dabei mit der freien Hand fest, damit Sie nicht am Trägergewebe ziehen. Was jetzt schon aufgeht, muss später nicht nass behandelt werden.
Mischen Sie einen Tropfen Haarspülung in lauwarmes Wasser und sprühen Sie das Fell aus etwa 30 Zentimetern nebelfein an. Der Flor soll klamm sein, nicht nass. Testen Sie die Mischung vorher an einer verdeckten Stelle auf Farbveränderungen.
In dieser Zeit legt sich die Spülung um die Fasern und macht sie glatter, sodass sie beim Bürsten leichter auseinandergleiten.
Halten Sie das Bügeleisen mit Dampfstoß etwa 10 bis 15 Zentimeter über das Fell und geben Sie kurze Stöße. Das Eisen berührt den Bären nie. Der heiße Dampf entspannt die Fasern und richtet sie auf, ohne dass Hitze auf das Material trifft.
Jetzt kommt die eigentliche Arbeit. Bürsten Sie in Faserrichtung, Abschnitt für Abschnitt, und lösen Sie größere Knoten vorher mit den Fingern. Nehmen Sie sich für einen mittelgroßen Bären zwanzig bis dreißig Minuten Zeit. Wer schnell bürstet, reißt Flor heraus.
Lassen Sie den Bären liegend an der Luft trocknen, nicht auf der Heizung. Wenn er trocken ist, bürsten Sie ein zweites Mal locker durch. Dieser letzte Durchgang macht optisch den größten Unterschied.
Drei Dinge, die den Bären zerstören
Das Bügeleisen aufsetzen. Polyester schmilzt, bevor der Filz aufgeht. Eine geschmolzene Stelle ist hart, glänzend und nicht mehr zu retten. Das Glätteisen. Dieselbe Physik, nur schneller. Der Föhn auf höchster Stufe. Heiße Luft im Nahbereich verändert die Faser dauerhaft und bläst gleichzeitig neuen Filz zusammen. Wenn Föhn, dann Kaltstufe.
Manche Stellen bleiben nach zwei Durchgängen hart. Bevor Sie zur Schere greifen, probieren Sie zwei Dinge: erstens eine zweite Runde mit etwas mehr Feuchtigkeit und deutlich mehr Geduld, zweitens das Auseinanderzupfen mit den Fingern, Faser für Faser, unter guter Beleuchtung. Ein Nissenkamm mit sehr eng stehenden Zinken hilft an kleinen Flächen wie der Schnauze.
Bleibt der Knoten, ist die Schere das letzte Mittel, und sie wird nie flach über die Fläche geführt. Stattdessen dünnen Sie den Knoten von unten aus: Führen Sie eine kleine, spitze Schere senkrecht in den Flor und schneiden Sie einzelne Fasern durch, immer nur ein paar auf einmal. Danach bürsten und prüfen. Wer flächig schneidet, hinterlässt eine kahle Stelle, die deutlich schlimmer aussieht als der Filz.
Bei verklebten Stellen aus Kaugummi, Honig oder Zuckerlösung gilt eine andere Reihenfolge: Kaugummi wird mit einem Eiswürfel im Beutel hart gemacht und dann vorsichtig herausgebrochen. Zucker löst sich in lauwarmem Wasser, punktuell mit einem Tuch aufgetupft, nicht gerubbelt.
| Zustand | Was zu tun ist | Aussicht |
|---|---|---|
| Flor liegt platt, fühlt sich aber weich an | Dampf aus Abstand und einmal aufbürsten | Sehr gut. Meist in zehn Minuten erledigt. |
| Leichte Verfilzung an Griffstellen | Die sechs Schritte vollständig durchgehen | Gut. Rechnen Sie mit zwei Durchgängen. |
| Starke Verfilzung nach falscher Wäsche | Mehrere Durchgänge, Knoten von Hand öffnen | Teilweise. Erwarten Sie Verbesserung, keinen Neuzustand. |
| Fell nach dem Trockner hart und glänzend | Bürsten und Dampf versuchen, mehr geht nicht | Schlecht. Thermischer Schaden ist endgültig. |
| Wollplüsch verfilzt | Nur trocken bürsten, nicht anfeuchten | Mäßig. Feuchtigkeit verfilzt Wolle zusätzlich. |
| Mohair eines alten Sammlerbären | Trocken reinigen und bürsten, kein Wasser | Siehe die Anleitung zum trockenen Auffrischen. |
Für alte Bären mit Mohairfell, Holzwollefüllung oder Glasaugen gilt der komplett andere Weg, der ohne Feuchtigkeit auskommt: Altes Fell trocken auffrischen.
Verfilzung entsteht meistens in der Waschmaschine und nicht im Kinderzimmer. Wer beim Waschen drei Dinge beachtet, muss selten nachbürsten: Wäschenetz benutzen, Schleuderzahl auf 400 bis 600 Umdrehungen begrenzen und keinen Weichspüler verwenden. Weichspüler klingt nach der Lösung und ist das Gegenteil: Er legt einen Film auf die Faser, der den Flor beschwert und Schmutz schneller bindet.
Der wichtigste Punkt kommt danach: Bürsten Sie das Fell auf, solange es noch feucht ist, und wiederholen Sie das während des Trocknens ein- bis zweimal. Das dauert insgesamt fünf Minuten und erspart Ihnen die ganze Prozedur von dieser Seite. Alles Weitere zum Waschgang steht im Beitrag Teddybär waschen.
Trocken vorbürsten, mit lauwarmem Wasser und einem Tropfen Haarspülung nebelfein anfeuchten, mit Dampf aus 10 bis 15 Zentimetern Abstand aufrichten und im feuchten Zustand gründlich in Faserrichtung ausbürsten. Nach dem Trocknen ein zweites Mal bürsten.
Eine Zupfbürste für Tiere mit weit stehenden Metallzinken und Kugelenden. Sie dringt bis zum Trägergewebe vor, ohne zu kratzen. Für kurzflorige Stellen und zum Nachbürsten genügt eine weiche Kleiderbürste.
Nein, er verschlimmert es auf Dauer. Weichspüler legt einen Film auf die Fasern, der den Flor beschwert und Schmutz bindet. Eine stark verdünnte Haarspülung im Sprühwasser wirkt dagegen tatsächlich, weil sie die einzelne Faser glättet und beim Bürsten hilft.
Nur mit Dampf aus 10 bis 15 Zentimetern Abstand. Das Eisen darf den Plüsch nie berühren, denn Polyester schmilzt bei Bügeltemperatur und hinterlässt eine harte, glänzende Stelle, die nicht mehr zu reparieren ist. Ein Glätteisen ist aus demselben Grund tabu.
Meist ist nicht das Fell schuld, sondern die Füllung: Sie hat sich beim Schleudern verdichtet. Kneten Sie den Bären im feuchten Zustand gründlich durch und wiederholen Sie das während des Trocknens. Kommt beides zusammen, behandeln Sie zuerst die Füllung und danach das Fell.
Wäschenetz, Schleuderzahl und die Mittel, die den Filz überhaupt erst verursachen.
Der Weg für Mohair, Holzwolle und alles, was kein Wasser sehen darf.
Wenn nach der Behandlung nicht das Aussehen, sondern der Geruch das Problem ist.